Gärtnern mit Kleinkind?!

March 30, 2020

 

 

Diese Jahreszeit entlockt in mir immer wieder den Wunsch, die Gartenhandschuhe zu montieren und meine Gartenbeete zu bestellen. Aber jetzt habe ich ja ein kleines Kind mit dabei - wie geht denn das jetzt?

 

Zumal der Kleine in meinen Augen noch nichts von sorgfältigem Hegen und Pflegen von fragilen Pflänzchen versteht: Nein, für ihn sieht der Garten eher aus wie eine groosse Matschküche, wo nach belieben gebuddelt, gehackt und geplantscht werden kann :). Und das soll auch absolut so sein.

 

So habe ich mich schliesslich doch dazu entschieden, die Pflanz-Arbeit mit meinem Sohnemann durchzuführen. (blieb mir ja nichts anderes übrig - ausser ich würde nachts klammheimlich die Setzlinge in den Boden stecken, aber das ist selbst mir zu gruslig)

 

Also los: Setzlinge kaufen (momentan gerade echt mühsam via Landi-Homepage und mit langen Abholwartezeiten) und dann loos mit Schaufel bewaffnet in den Garten.

Zuerst versuchte ich es noch ein wenig "undercover" - im Stil von: Hey Schatz, schau mal da, was für tolle Blümchen im Gras wachsen - und schwupps schnell einen Setzling in die Erde stecken. Doch klein Gärtnerchen merkte natürlich schnell, dass meine Angelegenheit deutlich interessanter ist, als die paar Gänseblümchen im Gras. Und so wurde schon bald heftig mit angepackt!

 

Und worüber ich besonders staunte: Mein Kleiner machte mir alles 1:1 nach - er verstand sogar mit seinen 16 Monaten, dass er im Nachhinein nicht wieder die Salatsetzlinge aus dem Boden ziehen sollte und fuhr seine Buddel-Party neben den Setzlingen im noch freien Gartenbeet weiter. Huch! Das ist noch mal gut gegangen.

 

Aber winzige Setzlinge machen?

Wegen dem mühsamen Bestellverfahren bei der Landi entschied ich mich schliesslich dazu, ein paar Setzlinge selbst zu ziehen. 

Auch das war ein Abenteuer für sich. Das Erste war ja noch einfach: Aussaaterde in die leeren Setzlingstöpfchen schaufeln - da konnte auch der Sohnemann kräftig mithelfen (natürlich ging die Hälfte daneben, aber wen interessierts?) Aber jetzt kommt der knifflige Teil: Die winzig kleinen Sämchen im Loch zu versenken. Aber auch hier kam ich wieder ins Staunen: Einmal abgeschaut wurde die Tat in ausgesprochener Sorgfalt nachgeahmt und sogar das "Antätscheln" am Schluss machte der Kleine ganz sorgfältig.

Zum Bild: Natürlich wollte er auch beim Beschriften der Setzlinge helfen - jetzt hat auch unser Sitzplatz ein paar hübsche Verzierungen mit dem wasserfesten Filzstift bekommen. Unser Vermieter wird begeistert sein...

 

Mein Fazit aus meinem ersten Garten-Erlebnis mit Kleinkind: Eltern: Lasst euch nicht aus der Ruhe bringen und macht die Arbeit gemeinsam mit den Kindern.

 

JA, man hat doppelt so lange

JA, es nervt manchmal, wenn am Schluss der Sitzplatz voller Erde ist

JA, zwischendurch erliegt ein Pflänzchen dem kindlichen Entdeckergeist 

 

Aber dafür hat dein kleines Kind gemerkt: Ich kann auch mithelfen! Meine Hilfe ist sogar erwünscht! Und es erlebt hautnah mit, was es heisst, etwas zu säen, pflanzen, wachsen lassen und ernten. Was für ein wunderschöner und lebenswichtiger Prozess!

 

Und spätestens, wenn mein kleiner Sonnenschein am Morgen den Kopf aus dem Fenster streckt und ganz "gwundrig" seinen "Salaaaat" sehen will, geht bei mir das Herz auf und ich weiss: Das war die richtige Entscheidung.

 

 

 

 

 

 

 

 

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